FC Carl Zeiss gewinnt mit dem Glück des Tüchtigen 3:1
Porträt
Jubel über das 3:1 des FC Carl Zeiss Jena: Nils Pichinot (links) und Pierre Becken (rechts) gratulieren Torschütze Sebastian Fries. Foto: Tino Zippel
Die Jenaer Fußballer schöpfen wieder Hoffnungen im Kampf um den Klassenerhalt. Gegen Tabellenschlusslicht Werder Bremen II erzielten die Thüringer im Drittliga-Duell einen 3:1-Sieg.
Jena. Sebastian Fries ist total aufgeregt. "Auch den muss man erstmal reinmachen", sagt der junge Angreifer des FC Carl Zeiss Jena. Flanke von links, Boskovic verlängert - und da steht der junge Fries nun, zwei Meter vor dem Tor und völlig blank. Da, wo ein Stürmer stehen muss. Er schießt; und rumpelt das Leder irgendwie holterdiepolter über die Linie. 3:1 für Jena gegen Werder Bremen II.
Nicht besonders schön sei das Spiel gewesen, sagt Ralf Schmidt. Das aber ist egal. Jena startet schlecht, Bremen hat die Partie im Griff. Bis 20 m vor das Tor der Hausherren agieren die Norddeutschen sehr gefällig und ballsicher. Was fehlt, ist ein alter Hase im Angriffszentrum, der die anfänglich wenig sattelfeste Abwehr der Thüringer in Gefahr bringt. Jena dagegen hat so einen: Alban Ramaj. Nach 23 Minuten bringt Pierre Becken einen Freistoß über 60 m direkt zentral vor das Bremer Tor. Nils Pichinot kann verlängern, Ramaj steht solo und hämmert das Streitobjekt mit aller Gewalt in die rechte obere Ecke. Bremens innere Sicherheit war außer Betrieb. Kurz vor dem Tor hatten die Bremer noch Glück gehabt, weil Josip Landeka einen tollen Freistoßball an die rechte Alustange zirkelte.Schon bald segelt der nächste lange Ball in den Sechzehner der Gäste. Deren Schlussmann Tobias Duffner fliegt ins Leere, akrobatisch holt Pichinot an der Grundlinie die Kugel zurück ins Feld. Am Ende der Kopfballstaffette steht Danko Boskovic, der mit unbedingtem Willen den Ball in die Ecke drückt, 2:0 (31.). Bis zur Pause passiert nicht viel - nur Andreas Schöns Freistoß lässt aufhorchen. Stümperhaft hatte Kai-Fabian Schulz seinen Gegenspieler zu Boden gedrückt, dann brauchen Tino Berbig und seine Vorderleute ewig zum Stellen der Mauer - Schön nimmt Anlauf und schießt über die Mauer hinweg in die rechte Ecke ein, 2:1 (45.). "Es gibt keinen psychologisch günstigen Zeitpunkt für ein Gegentor. Das aber war richtig Gift für uns", sagt Ralf Schmidt.
Wie wahr.Etwa eine halbe Stunde braucht Jena nach dem Seitenwechsel, um überhaupt wieder in die Partie zu kommen. Großes Glück haben die Thüringer dann, als Tino Berbig einen Bremer Spieler von den Beinen holt: kein Elfer (65.). Etwas scheint sich also das Pech der vergangenen Wochen auszugleichen. Dann segelt schon bald die Flanke von links in den Sechzehner der Bremer, Kopfballverlängerung Boskovic - und da steht der junge Fries nun, zwei Meter vor dem Tor und völlig blank. Da, wo ein Stürmer stehen muss. Er schießt; und rumpelt das Leder irgendwie holterdiepolter über die Linie. 3:1. "Auch den muss man erstmal reinmachen", sagt Fries. Aufgeregt.
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